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Zittau und die Oberlausitz – (K)eine ostdeutsche Urlaubs-Tristesse

Damit ließe sich der Beitrag beenden. Ich versuche dennoch  ein paar Worte über Zittau und die Oberlausitz zu verlieren. Fangen wir mit der positiven Seite an – die Oberlausitz ist schön. Herrliche Gebirgslandschaften, historische und liebevoll sanierte Städtchen und pittoreske Dörfer.

Ein Paradies – für Rentner.

Damit sind wir auch schon bei der negativen Seite. Der Aufschwung Ost ist an der Oberlausitz und an Zittau nicht vorbeigegangen. Trotzdem findet sich neben Neuem noch überall Verlassenes und Marodes.

Das hat Charme, aber mehr auch nicht.

Was man nicht findet sind Menschen – oder nur Wenige. Es gibt Menschen – nicht nur Rentner – aber der demographische Wandel ist an den Gemeinden nicht vorbeigegangen.

Siegfried Wittenburgs Artikel mit der Fotostrecke „Reiseland DDR: Rundfahrt mit dem Trabi“ bei Spiegel Online trifft es ziemlich gut.

Bei der Ankunft empfand ich Zittau als eine bröckelnde Stadt ohne Reize für das Festhalten von schönen Urlaubserinnerungen. Ich bedauerte das, denn das Stadtbild wies auf eine zeitweise blühende Vergangenheit hin. Immerhin fand ich dieses abgebildete Motiv. (Spiegel Online – Siegfried Wittenburg)

Die Aussage bezieht sich auf das Jahr 1987!

Stimmt das? Ich kann mich nicht entscheiden – Zittau ist (k)eine ostdeutsche Urlaubs-Tristesse. Das Marode ist in großen Teilen verschwunden. Eine lebhafte und dynamische Stadt  ist Zittau nicht!

Da eine Besichtigung der maroden Stadt mit ihren leeren Geschäften keinen Spaß machte, wanderten wir ins Zittauer Gebirge. Doch auch dort empfing uns pure Tristesse: Das Freibad, das Bergrestaurant und die Souvenirläden waren geschlossen – mitten im September. (Spiegel Online – Siegfried Wittenburg)

Es stimmt – das Freibad bzw. die Freibäder waren zu. Ich war zu Ostern also Anfang April hier. Es stürmte und schneite gelegentlich – nicht unbedingt perfekte Bedingungen für den vergnügliche Badespaß.

Die Restaurants und Souvenirläden waren offen. Stimmt also nicht.

Die Region lebt vom Tourismus. Man findet alles was das Herz begehrt in der Region. Skilifte, Rodelbahnen, Schmetterlingshäuser, Eisbahnen, Bäder, Kletterparks, rekultivierte Braunkohletagebauseen mit Sandstränden und Wassersport. Etliche Restaurants mit heimischer Hausmannkost von Apernmauke über Semmelknödeln is hin zum Zander. Traumhaft – aber irgendwie ist alles gleich.

Es fehlt was – vermutlich mir – ich weiß nur nicht was!

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